Herzlich willkommen auf unserer Website!

Auf den folgenden Seiten finden Sie viele nützliche Informationen zu unserer Praxis und rund um Ihre Gesundheit. Informieren Sie sich! Wir stehen Ihnen gerne auch persönlich für Ihre Anliegen zur Verfügung.


Coronaimpfung

Wir haben mitgeholfen und hunderte von Patientinnen und Patienten in unserer Praxis gegen Corona geimpft. Wir haben dies gerne gemacht um mitzuhelfen, die Schweiz möglichst rasch aus der Pandemie zu führen. Solange es keine Ein-Dosen-Impfungen gegen Corona gibt, können wir nicht mehr impfen, da der Aufwand riesig ist, um 12 Impfwillige am gleichen Halbtag zu finden.

Melden Sie sich zur Impfung im Spital Langenthal, wenn Sie sich gegen Corona schützen möchten, auch für die Booster-Impfung.

Impftruck in Herzogenbuchsee:

Am Dienstag 9. November und am Dienstag 7. Dezember stoppt der Impftruck in Herzogenbuchsee. Sie können sich von 10 bis 16 Uhr bei der Sporthalle Mittelholz impfen lassen ohne Voranmeldung. Registrieren Sie sich aber vorher via Internet auf VacMe.be oder per Telefon 031 636 88 00 und nehmen Sie den QR-Code, die ID, die Krankenkassenkarte und den Impfausweis mit.  Link zu Vac Me


Coronavirus - kommen Sie nicht in die Praxis!

Wenn Sie denken, Sie könnten das Coronavirus erwischt haben: rufen Sie uns an aber kommen Sie nicht in die Praxis.

Oder rufen Sie die Hotline des BAG an: +41 58 463 00 00

Weitere Informationen: BAG zu Coronavirus

Fragen zu Ihren Kindern bezüglich Corona (in 4 Sprachen): Corona Bambini

Unsere Ferien:

2021 keine mehr

Geschlossene Samstage

27. November

11., 18. und 25. Dezember


Gesundheitspolitik

19. Oktober 2021

Kostendämpfungsmassnahmenpaket 1b

Sparmassnahmen nicht auf Kosten der Patienten umsetzen

Gestern und heute hat die Gesundheitskommission des Ständerats das erste Kostendämpfungsmassnahmenpaket beraten. Dieser Teil enthält unter anderem Massnahmen zur Steuerung der Kosten im Gesundheitswesen. Die FMH begrüsst nur jene Kostendämpfungsmassnahmen, welche die gute medizinische Patientenversorgung in der Schweiz nicht gefährden. Sparmassnahmen, für die Tarifpartner im Voraus definieren sollen, welche Menge an medizinischen Leistungen im folgenden Jahr gerechtfertigt sein soll, lehnt die FMH ab, weil es für Patientinnen und Patienten medizinische Behandlungen einschränkt, auf die sie laut Krankenversicherungsgesetz Anspruch haben.

Mehrere Massnahmenpakete zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen befinden sich derzeit in der Bearbeitung in der Verwaltung und im Parlament. Die Gesundheitskommisson des Ständerates hat nun mit 7 zu 6 Stimmen dem Artikel 47c zur Steuerung der Kosten zugestimmt. Diese Massnahme käme einem Systemwechsel gleich und hätte für Patientinnen und Patienten folgenschwere Konsequenzen.

Massnahmen der Tarifpartner zur Steuerung der Kosten
Der zweite Teil des ersten Kostendämpfungspakets sieht vor, dass die Tarifpartner im Voraus eine gerechtfertigte Mengen- und Kostenentwicklung der medizinischen Leistungen festlegen müssen. Falls das Mengen- oder Kostenwachstum im Gesundheitswesen diese festgelegte Grenze übersteigt, müssten die Tarifpartner korrigierend eingreifen, indem sie Anpassungen in der Tarifierung, also den Preisen von medizinischen Leistungen vornehmen. Medizinische Leistungen müssen von Gesetzes wegen wirtschaftlich vergütet werden. Kürzt man die Tarifierung von bestimmten Leistungen, so werden diese nicht mehr wirtschaftlich kostendeckend vergütet. Ziel davon ist, dass diese Leistungen folglich weniger erbracht werden. Für Patientinnen und Patienten heisst dies, dass medizinische Leistungen, die ihnen gemäss Krankenversicherungsgesetz zustehen, ihnen ab dem Überschreiten einer vordefinierten Limite möglicherweise nicht mehr uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Die Konsequenz wäre eine Verschlechterung der Patientenversorgung und eine Zwei-Klassen-Medizin mit zunehmend privater Finanzierung. Die FMH hofft nun auf das Plenum des Ständerats, um diesen folgenschweren elementaren Eingriff ins Schweizer Gesundheitswesen abzuwenden.

Keine unüberlegten Massnahmen voreilig einführen
Zwei Gesetzesrevisionen sind bereits vom Parlament beschlossen und befinden sich noch vor der Umsetzung in den Arztpraxen und Spitälern. Einerseits wird die Zahl der ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte neu über die Zulassungssteuerung eingeschränkt werden. Kantone müssen hierfür Obergrenzen für ambulant tätige Ärztinnen und Ärzte erlassen. Somit ist die Zahl der Leistungserbringer durch die Kantone steuerbar. Andererseits gibt es auch für die erbrachten Leistungen bereits ein neues Steuerungsinstrument in Form eines Qualitätsartikels (Art. 58a KVG) zur Stärkung von Qualität und Wirtschaftlichkeit. Damit sollen unnötige Behandlungen vermieden und Effizienz und Qualität erhöht werden.  Die kostendämpfende Wirkung dieser zwei neuen Steuerungsinstrumente soll zuerst abgewartet werden, bevor elementare Eingriffe ins Schweizer Gesundheitswesen erfolgen, die einem Systemwechsel vergleichbar mit einem Globalbudget bedeuten und die gute Patientenversorgung gefährden. Aus Sicht der FMH sollten kostendämpfende Massnahmen unterstützt werden, die an den Strukturen und beim administrativen Aufwand sparen – und nicht bei der Patientenversorgung. So würde zum Beispiel die Einführung der einheitlichen Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen grosse Einsparungen ermöglichen, ohne die Patientenversorgung zu schmälern. Zahlreiche grosse Akteure im Gesundheitswesen unterstützen denn auch gemeinsam mit der FMH die parlamentarische Initiative 09.528 zur Finanzierung der Gesundheitsleistungen aus einer Hand.
Auskunft:
Charlotte Schweizer, Leiterin Abteilung Kommunikation
Tel. 031 / 359 11 50, E-Mail: kommunikation@fmh.ch

Herbst 2021

Aktuell werden im Parlament Kostenspahrmassnahmen im Bereich der OKP (Obligatorische Krankenpflegeversicherung) beraten und es besteht die grosse Gefahr, dass auf Betreiben von Herrn BR Berset und seiner Beratern sowie der Mitte-Parteien (mit der Kostenbrems-Initiative) ein Kostendeckel = Globalbudget eingeführt wird.

In den neusten Vorschlägen zur Kostensenkung im Gesundheitswesen der Schweiz gibt es anscheinend keine besseren Ideen. Unser Nachbar Deutschland kämpft seit bald 20 Jahren mit dem Globalbudget und möglicherweise wird es bald abgeschafft, weil die medizinische Versorgung der Bevölkerung schlechter ist als vor der Einführung und die Kosten nicht gesenkt werden konnten. Aber wir Schweizer können es besser! Das Globalbudget führte in Deutschland zu folgenden Problemen: Privat und halbprivat Versicherte kommen in Spitälern und Praxen rasch zu medizinischen Leistungen, Allgemein-Versicherte warten in den Praxen stundenlang und in den Spitälern monatelang. Irgendwann im Herbst sind die planwirtschaftlich festgelegten Beträge aufgebraucht und in den Praxen können nur noch Gratisleistungen der Ärzte erbracht werden (was die meisten nicht tun) oder die Patient*Innen bezahlen selber oder die Praxis wird geschlossen bis Ende Jahr (Dies ist kein Witz!) Weitere informationen: Zwangsberatung und Kostendeckel?

Wehren wir uns rechtzeitig gegen ein Globalbudget und verlangen wir andere Lösungen, um Kosten zu sparen. Lesen Sie dazu die Informationen in "Politik+Patient"  Link auf unserer Website auf der Seite "Angebot".

Sommer 2021

Vor dem TARMED hatten wir im Kanton Bern einen Pauschaltarif der einfach und übersichtlich war und von allen Menschen verstanden wurde.

Aktuell arbeiten wir immer noch dem TARMED Ärztetarif, welcher seit dem 1. Januar 2004 in Kraft ist aber praktisch keine Entwicklung durchgemacht hat. (Der Bundesrat hat zwei haarsträubende Eingriffe befohlen, welche alles noch komplizierter gemacht haben!) Obschon ursprünglich eine regelmässige Modernisierung und ein Teuerungsausgleich geplant waren, wurde dies nie durchgeführt, da Santésuisse alle Bemühungen für eine Weiterentwicklung und Anpassung an die Teuerung verhindert hat. (Haben auch Sie seit 17 Jahren keine Lohnerhöhung erhalten?) Vor einigen Jahren wurde daher als Alternative zu Santésuisse Curafutura gegründet, wo nun die Mehrheit der Schweizer:Innen mit ihren Krankenkassen angeschlossen sind. SUVA, FMH, Curafutura und weitere Partner haben nach jahrelanger Arbeit nun einen neuen, besseren und einfacheren Tarif ausgearbeitet - TARDOC - und diesen gemeinsam beim Bundesrat eingereicht. Santésuisse wollte sich an der Ausarbeitung von TARDOC nicht beteiligen.

Nun ist es erneut u.a. Santésuisse, welche sich gegen TARDOC wehrt und dem Bundesrat empfohlen hat, TARDOC nicht zu bewilligen. Man höre und staune, es soll wieder ein Tarif mit Pauschalen eingeführt werden, nachdem er schweizweit vor 17 Jahren abgeschafft wurde. Wir sehen, es geht nicht mehr um die Sache sondern um Machtspiele, Kontroll- = Unterdrückungsinstrumente einer grossen Bevölkerungsschicht (Pflegefachleute, Medizinische Praxisassistentinnen und die Ärzteschaft sowie alle damit assoziierten Berufe) und um politische Profilierung! 

Medienmitteilung der FMH:

Bern, 30. Juni/1. Juli 2021Arzttarif: Entscheid des Bundesrates ist unverständlich und nicht nachvollziehbar. Der Revisionsbedarf des veralteten Arzttarifs TARMED ist unbestritten. Der Entscheid des Bundesrates, die Genehmigung des TARDOC zu verschieben, ist daher unverständlich und nicht nachvollziehbar. Die Tarifpartner curafutura, FMH und MTK sehen darin eine verpasste Chancefür die Einführung eines sachgerechten Tarifs, der den heutigen technischen Gegebenheiten der ambulanten Medizin entspricht. Die erneute Verzögerung benachteiligt Patientinnen und Patienten, Prämienzahlende und Leistungserbringer. Sie bremst auch die lösungsorientierten Kräfte im Gesundheitswesen aus. Die Tarifpartnercurafutura, FMH und MTK werden nun prüfen, inwieweit die vom Bundesrat geforderten Anpassungen überhaupt umsetzbar sind. Gleichzeitig bieten sie die Hand jenen, die an der Überarbeitung mitarbeiten wollen, erwarten aber vom Gesundheitsminister in dieser Hinsicht seine Unterstützung und notfalls ein klares Machtwort. Jedes weitere Jahr mit dem TARMED schadet unserer Gesundheitsversorgung, weil dieser Tarif seit 2004 gilt und medizinische Leistungen in einer zunehmend unausgewogenen und nicht mehr zeitgemässen Weise vergütet werden. Dies benachteiligt Patientinnen und Patienten und führt zu unsachgerechten Vergütungen von medizinischen Leistungen, da einige Leistungen übertarifiert sind, während andere unterbezahlt und nicht mehr kostendeckend vergütet werden. Wichtige Leistungen zum Beispiel aus dem Bereich der Grundversorgung oder der Psychiatriewerden weiterhin nicht sachgerecht abgebildet und die Weiterentwicklung der Interprofessionalität erschwert. Ärztliche Leistungen müssen im Tarif ausgewogen und sachgerecht abgebildet sein, wie es auch das Krankenversicherungsgesetz verlangt. Nur so ist eine gute und qualitativ hochstehende Patientenversorgung gewährleistet. Die Tarifpartner curafutura, FMH und MTK werden nun den Entscheid des Bundesrates analysieren, um festzustellen, inwieweit die Forderungen nach Anpassungen des TARDOC überhaupt sachgerecht und umsetzbar sind, denn der TARDOC erfüllt in seiner aktuellen Version die gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien. Hinter dem TARDOC stehen mit der FMH die Mehrheit der Leistungserbringer sowie die Mehrheit der Versicherten (51 Prozent), vertreten durch die curafutura-Mitglieder CSS, Helsana, Sanitas und KPT sowie SWICA und der MTK (Unfallversicher, Invaliden-und Militärversicherung). Inzwischen fordern auch die Kinderspitäler die rasche Einführung des TARDOC. Mit dem Konzept der kostenneutralen Einführung des TARDOC wird sichergestellt, dass durch den Tarifwechsel vom TARMED zum TARDOC keine Mehrkosten entstehen. Daher widersprechen die Tarifpartner in den wichtigen Kriterien klar dem Bundesrat. «Wer über Jahre zusammen nach Lösungen sucht, und diese in seinen Gremien demokratisch durchsetzt, wird bestraft, wer Opposition betreibt oder abseits steht, wird belohnt. Das ist eine Art Todesstoss für die Tarifautonomie», sagt Joachim Eder, Präsident des Tarifbüros ats-tms von curafutura, FMH und MTK zur Antwort des Bundes. Für ihn ist der BR-Entscheid wie ein Schlag ins Gesicht aller Beteiligten. curafutura-Direktor Pius Zängerle zeigt sich äusserst irritiert darüber, «dass der Bundesrat Tatsachen negiert sowie die Spielregeln im laufenden Spiel ändert». Und FMH-Präsidentin Yvonne Gilli meint: «Der TARMED ist völlig veraltet und entspricht nicht den Gegebenheiten der heutigen Medizin im digitalen Zeitalter. Es kann nicht sein, dass wir weiterhin jährlich 12 Milliarden Franken über einen Tarif abrechnen müssen, der nicht sachgerecht ist.»

Auskünfte:

Simone Hinnen, Leiterin Kommunikation curafutura, Tel. 076 373 79 74, simone.hinnen@curafutura.ch

Charlotte Schweizer, Leiterin Abt.Kommunikation FMH, Tel. 031 359 11 50, kommunikation@fmh.ch

Frühling 2021

Die Position der FMH zum Elektronischen Patientendossier (EPD)

Benutzerfreundlichkeit und ein gutes Konzept über die Zugriffsrechte sind zentral

Mit dem EPD sollen laut Gesetzgeber die Qualität der medizinischen Behandlung gestärkt und die Behandlungsprozesse verbessert werden. Es soll die Patientensicherheit erhöhen, die Effizienz des Gesundheitssystems steigern und die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten fördern. Diese Ziele können allerdings nur erreicht werden, wenn sich das EPD auch an den Bedürfnissen der Ärzteschaft ausrichtet. In seiner jetzigen Form ist das EPD für die Ärztinnen und Ärzte noch kaum praxistauglich und dürfte hohen Mehraufwand generieren. Die FMH hat daher Anforderungen an eine nutzbringende Umsetzung des EPDs formuliert.

Beim aktuell genutzten elektronischen Patientendossier (EPD) handelt es sich aufgrund seiner gesetzlich vorgegebenen Architektur um ein statisches Gefäss, das auf die Speicherung von Dokumenten ausgelegt ist. Die Unterstützung weiterer Prozesse im medizinischen Behandlungsalltag, beispielsweise das Erstellen einer elektronischen Verordnung oder der Zusammenzug einer Übersicht über die bisherige und aktuelle Medikation eines Patienten oder einer Patientin, ist in der aktuellen Form des EPDs nicht möglich: Zum jetzigen Zeitpunkt ist das EPD noch nicht in der Lage, die Prozesse einer medizinischen Behandlung abzubilden oder massgeblich zu unterstützen. Auch ist das EPD derzeit nicht als Kommunikationsinstrument für Gesundheitsfachpersonen geeignet, da es keine direkte Kommunikation mit anderen Gesundheitsfachpersonen zulässt.

FMH fordert ein praxistaugliches EPD
Für ein effizientes Arbeiten mit dem EPD ist ein direkter Zugang mit den bereits durch die Ärzteschaft genutzten und in Betrieb stehenden Software- und IT-Lösungen von zentraler Bedeutung. Wichtig sind auch möglichst weiterverwendbare, strukturierte Informationen und Metadaten, welche Dokumente auffindbar machen. Damit das EPD von Ärztinnen und Ärzten sinnvoll genutzt werden kann, muss dessen Anwendung praxistauglich sein und in die Arbeitsabläufe integriert werden können. Für die Behandlung von Patientinnen und Patienten ist das EPD nur dann vollumfänglich nutzbringend, wenn die darin enthaltenen Informationen tagesaktuell und vollständig sind.

Einfaches Zugriffsberechtigungskonzept notwendig
Aufgrund der gesetzlichen Grundlagen entscheiden Patientinnen und Patienten über die Zugriffsrechte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Für die am EPD teilnehmende Ärzteschaft bedeutet dies, dass sie – ausser in einer Notfallsituation – bei fehlenden Zugriffsrechten nicht auf die Dokumente von Patientinnen und Patienten zugreifen können. Das Zugriffsberechtigungskonzept umfasst gemäss Verordnung die Festlegung von Vertraulichkeitsstufen für einzelne Dokumente oder Dokumenttypen und für Gesundheitsfachpersonen oder Gruppen von Gesundheitsfachpersonen. Die daraus möglichen Kombinationen von Optionen für die Erteilung von Zugriffsrechten sind entsprechend komplex und dadurch anfällig für Fehler. Für Patientinnen und Patienten wird es so bei einem grösseren Behandlungsteam schwierig, den Überblick zu behalten und zu sehen, welche Gesundheitsfachperson sie noch zum Zugriff berechtigen sollten und möchten.

Die FMH spricht sich deshalb dezidiert für ein einfaches Zugriffsberechtigungskonzept aus, welches den Patientinnen und Patienten ermöglicht, leicht den Überblick darüber zu behalten, welche Gesundheitsfachpersonen sie zum Zugriff berechtigt haben, damit Ärztinnen und Ärzte zur richtigen Zeit und am richtigen Ort Zugriff auf das EPD haben.

Informationen müssen effizient auffindbar sein
Um die Wiederauffindbarkeit von Unterlagen im EPD sicherzustellen, ist die Ärzteschaft verpflichtet, zahlreiche Metadaten zu erfassen, dies weil Dokumente im EPD nicht in einer Ordnerstruktur abgelegt werden, die beispielsweise zusammengehörige Dokumente einer Behandlungsepisode umfasst. Dies wird für die Ärzteschaft zu einem stark erhöhten bürokratischen Aufwand bei der Erfassung von Daten führen. Dieser bürokratische Mehraufwand müsste, wenn er denn unvermeidbar wäre, adäquat abgegolten werden. Es gibt aber derzeit im Tarmed keine Möglichkeit, die zusätzlichen Aufwände zu erfassen. Um diesen Aufwand zu minimieren, spricht sich die FMH dafür aus, wo möglich Standards und automatisierte Klassifizierungen anzuwenden. Auch gut funktionierende Such- und Filterfunktionen sind im EPD unerlässlich. Das einfache und schnelle Auffinden von behandlungsrelevanten Informationen im EPD ist für die Ärzteschaft eine Grundvoraussetzung für dessen effiziente Anwendung.

Weitere Informationen:

 

Kostendämpfung nicht zulasten der Patienten umsetzen

Zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen hat der Bundesrat zwei Massnahmenpakete verabschiedet. Gerade hat die Beratung des zweiten Teils des ersten Kostendämpfungspakets begonnen. Dieser Teil enthält unter anderem Massnahmen zur Steuerung der Kosten, ein Referenzpreissystem für Medikamente und eine Verpflichtung für die Leistungserbringer, Patientinnen und Patienten eine Kopie der Leistungsabrechnung zuzustellen. Die FMH begrüsst nur Kostendämpfungsmassnahmen, welche die gute medizinische Patientenversorgung in der Schweiz nicht gefährden. Daher begrüsst die FMH die Zustellung der Rechnungskopie. Dass die Tarifpartner im Voraus definieren sollen, welche Menge an medizinischen Leistungen im folgenden Jahr gerechtfertigt sein soll, lehnt die FMH ab, weil es für Patientinnen und Patienten medizinische Behandlungen einschränkt, auf die sie laut Krankenversicherungsgesetz Anspruch haben.

Die Gesundheitskommission des Ständerates ist einstimmig auf die zweite Hälfte des ersten Kostendämpfungspakets eingetreten. Dieses Paket enthält Massnahmen, welche für Patientinnen und Patienten folgenschwere Konsequenzen haben.

Massnahmen der Tarifpartner zur Steuerung der Kosten
Der zweite Teil des ersten Kostendämpfungspakets sieht vor, dass die Tarifpartner im Voraus eine gerechtfertigte Mengen- und Kostenentwicklung der medizinischen Leistungen festlegen müssen. Übersteigt das Mengen- oder Kostenwachstum diese im Voraus festgelegte Grenze, müssten die Tarifpartner korrigierend eingreifen, indem sie Anpassungen in der Tarifierung, also den Preisen von medizinischen Leistungen vornehmen oder Rückvergütungen vorsehen. Medizinische Leistungen müssen per Gesetz wirtschaftlich vergütet werden, sie dürfen also keine ungerechtfertigten Kosten verursachen. Kürzt man die Tarifierung, wären die Leistungen also nicht mehr wirtschaftlich kostendeckend vergütet mit dem Ziel, dass weniger Leistungen erbracht werden. Für Patientinnen und Patienten heisst dies, dass die medizinischen Leistungen, die ihnen per Krankenversicherungsgesetz zustehen, ihnen ab dem Überschreiten einer vordefinierten Limite nicht mehr zu denselben Konditionen vergütet werden. Die Konsequenz wäre eine Verschlechterung der Patientenversorgung und eine Zwei-Klassen-Medizin mit zunehmend privater Finanzierung.

Referenzpreissystem für Medikamente
Die Idee des Referenzpreissystems ist, dass das Bundesamt für Gesundheit (BAG) festlegen soll, wieviel die Versicherer maximal für patentabgelaufene Arzneimittel oder Generika mit demselben Wirkstoff bezahlen müssen. Wird ein teureres Arzneimittel abgegeben, müssen Patientinnen und Patienten die Differenz zum Referenzpreis selbst übernehmen. Wirkstoffgleiche Medikamente sind aber keine identischen und somit auch keine vollends substituierbaren Arzneimittel. Auch die Trägersubstanz des Wirkstoffs kann einen Einfluss auf die Verträglichkeit oder die Reaktion des Körpers auf den Wirkstoff haben. Wirkstoffgleiche Präparate sind medizinisch betrachtet weder gleich, noch gleich verträglich noch gleich einsetzbar. Eine Einführung des Referenzpreissystems hätte zur Folge, dass chronisch kranke Personen bei jedem neuen Präparat in Sprechstunden medikamentös neu «eingestellt» und über mehrere Wochen hinweg medizinisch überwacht werden müssten. Die FMH lehnt diese Massnahme daher ab. Die Therapiefreiheit von Ärztinnen und Ärzten, ihren Patientinnen die für sie wirksamsten, besten und verträglichsten Medikamente zu verschreiben, muss erhalten bleiben. Weiter würde diese Massnahme die Angebotspalette an vergüteten Medikamenten verringern, die Abhängigkeit von wenigen, ausländischen Wirkstofflieferanten erhöhen und den Mangel an nicht verfügbaren Arzneimitteln verschlimmern.

Rechnungskopie über medizinische Leistungen für alle Patientinnen und Patienten
Eine weitere Massnahme im zweiten Teil des Kostendämpfungspakets 1 sieht vor, dass Leistungserbringer neu auf Gesetzesstufe verpflichtet werden sollen, ihren Patientinnen und Patienten in jedem Fall eine Rechnungskopie zuzustellen. Patientinnen und Patienten sollen so ihre Rechnungen überprüfen können und ihr Kostenbewusstsein soll gestärkt werden. Die FMH unterstützt diese Massnahmen vollumfänglich und hat sich seit Jahren dafür ausgesprochen, dass alle Patienten immer eine Rechnungskopie erhalten. Patientinnen und Patienten können selbst am besten wissen, welche medizinischen Leistungen sie wirklich erhalten haben und wieviel Zeit ihre Ärztin, ihr Arzt mit ihnen verbracht hat. Besser als Versicherer, welche bei der Behandlung nicht dabei sind, können Patientinnen und Patienten also die Rechnungen überprüfen und bei Bedarf das Gespräch mit ihrer Ärztin suchen. Vorteilhaft wäre aus Sicht der FMH ebenfalls, wenn die Rechnungen für Patientinnen und Patienten besser lesbar und verständlicher wären. Derzeit enthalten sie vor allem Informationen für Versicherer, welche für Patienten teilweise schwer zu entziffern sind.

Februar 2020

Aktuell wird über Sparmassnahmen bei den Generika diskutiert, weil sie in der Schweiz doppelt so teuer seien wie im Ausland. Leider wird dabei nicht berücksichtigt, dass die Schweiz ein verschwindend kleiner Markt ist für die Pharmaindustrie (nicht im Prozent- sondern im Promillebereich weltweit) und wir in den letzten Monaten damit kämpfen, dass viele Generika nicht rechtzeitig erhältlich sind, womit bei wichtigen Substanzen dauernde Wechsel auf andere Marken erfolgen müssen und einzelne Substanzen sogar während Monaten nicht erhältlich sind. Dies bedeutet für Apotheken, Spitäler und Ärzte mit Praxisapotheke einen enormen, zeitlichen Mehraufwand und ist speziell für ältere Patienten auch sehr verwirrend und gefährlich. Statt noch mehr auf den Preis zu drücken und die Generikahersteller zu verärgern, sollte zuerst endlich die Verfügbarkeit verbessert werden!


Herbst 2022:

Haben Sie Asthma oder sind Sie herzkrank? Haben Sie ein Kind mit chronischen Krankheiten? Sind Sie über 65 Jahre alt? Arbeiten Sie privat, im Spital oder im Altersheim mit Menschen? Wenn Sie eine der Fragen mit Ja beantworten: Impfen Sie sich jährlich im Herbst gegen Grippe.